Plötzlich ist die Förderung weg

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Bauherren werden durch den plötzlichen Förderstopp für energieeffiziente Gebäude vor massive Probleme gestellt. Robert Habeck sagte im Februar 2021 noch: „Das Einfamilienhaus gehört zum Ensemble der Wohnmöglichkeiten in Deutschland und wird es auch in Zukunft bleiben.“ Das klingt auch für Immobilienmakler erstmal ganz gut. Nun aber wurde von ihm, 11 Monate später, die KfW-Förderung für private Neubauten und die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien gestoppt. Damit wird der Klimaschutz im Eigenheim quasi auf null runtergefahren. Bleibt so das Einfamilienhaus wirklich eine realistische Wohnoption.  Wenn plötzlich 200-300 Euro pro qm mehr zu zahlen sind?

Die Meinung der Holzner Immobilien GmbH ist klar: Die Bundesregierung untergräbt mit ihrem abrupten Förderstopp langfristige Planungssicherheit und beschädigt massiv Vertrauen der Bürger und Bürger*innen. Habeck spricht davon, ein neues Förderprogramm noch in diesem Jahr aufzustellen. Das ist vage- zu vage und muss zudem viel schneller gehen!

Kunden der Holzner Immobilien GmbH erzählen:

Wir sind gerade warmgelaufen, haben uns an den Gedanken gewöhnt, noch einmal Geld bei der Bank aufzunehmen, um es in Haus zu investieren-, Reihenmittelhaus aus den 60er, typisch Landshut-West. Nach dem Kauf und vor dem Einzug haben wir ein paar Sachen gemacht, andere stehen noch aus.

Zur Unterstützung bei der Entscheidung, welche energetischen Schwachstellen wir am Haus in Angriff nehmen sollten, und weil das auch vom Staat so gefordert ist, griffen wir auf die Expertise einer Energieberaterin zurück. So erhält man nämlich nicht nur ein Gutachten mit den Daten des Energieverbrauchs der eigenen Immobilie, sondern bekommt anschließend auch konkrete Vorschläge geliefert, mit welchen Maßnahmen man wieviel an Energieeinsparung erreichen könnte.

Wir empfingen die Energieberaterin an einem Tag im November, einem Freitag, an dem Tag, an dem sie wenige Stunden zuvor, -auch nur über die Presse- erfahren hatte, dass die Förderung für die KfW 55-Förderung für Neubauten zum Februar 22 auslaufen werde. Angesichts dieser Nachricht und dem kleinen Zusatz „dass man künftig lieber verstärkt die Energiesanierung von Bestandsimmobilien fördern wolle“ stellte sich die Beraterin schon auf einen Anstieg der Anträge bis zum Jahresende ein. Trotzdem, oder gerade deswegen, berechnete sie alle möglichen Sanierungsmaßnahmen und Varianten zügig und wenige Tage später lag uns bereits ein detaillierter Energiebericht vor.

Puhh, doch so umfangreich… wir scheinen in einer Schuhschachtel zu leben. Nun gut! Dem Klima zuliebe, und unseren Kindern…

Nun können mehrere Gründe von mir aufgeführt werden, warum wir es nicht auf die Reihe gebracht haben bis Ende Dezember den Förderantrag zu stellen:

Unabhängig davon, dass eine energetische Sanierung eines von einer 5-köpfigen Familie bewohnten Hauses für alle Beteiligten erstmal wenig spaßig wird:

  • wäre da noch die erneute Verschuldung und die dazugehörige „Umschuldung“ der bestehenden Kredite.
  • außerdem eine Flut an Geschichten über exorbitante Baupreise, die sich erst langsam wieder erholen sollen…
  • ganz zu schweigen von den Landshuter Handwerkern, die wie alle Handwerker im Umkreis am Jahresende noch immer bis zum Hals in Arbeit steckten und eine Besichtigung und Angebot kurz vor Weihnachten nicht auch noch schultern wollten?

Und jetzt? Jetzt fängt das Jahr mit der Nachricht an, dass mit sofortiger Wirkung die meisten Programme der Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, gestoppt sind. Es seien 5 Milliarden an Fördergelder bereits ausgeschöpft… Yeahh!

Und weiter: Man wolle schnellstmöglich über eine Neuausrichtung der Förderpolitik beraten. Na dann. Wenn drei Ministerien (BMWK, BMWSB und BMF) über etwas beraten…nun ja. Ich gehe jetzt mal nicht von ein paar Wochen aus… Andererseits scheinen wir trotzdem gut beraten, die Planung weiter voranzutreiben.

  1. ist die vom BAFA umgesetzte BEG-Förderung von Einzelmaßnahmen in der Sanierung vom Stopp nicht betroffen, d.h. Zuschüsse für die neue Heizung, Dämmung, Fenstertausch und neue Haustüre können weiter beantragt werden.
  2. Haben wir ja vor Weihnachten bewiesen, dass wir nicht die schnellsten sind… denn
  3. Die meisten Experten rechnen damit, dass die Regierung wieder Fördermittel für energieeffizientes Sanieren bereitstellen wird.

 

Und wenn es dann soweit ist, und wir hoffen das ist bald, dann haben wir unsere Angebote bereits auf dem Tisch und hoffentlich auch schon die ersten Bankgespräche geführt, dann kann es gleich an den Antrag gehen.

 

Vielleicht ist diese schlechte Nachricht vom 24.Januar am Ende ein Fall für den Lieblingsspruch von meiner Mama:

„Ach Kind, wer woas wozua des guad is“

Leidtragende sind nicht nur Hauseigentümer. Vermieter müssten nun enorme Summen aus eigener Tasche in die Effizienzsteigerung ihrer Wohnungen stecken – die dadurch bedingten Mietsteigerungen würden weit höher ausfallen als die Einsparungen auf Mieterseite. Wir hoffen deswegen sehr, dass die Förderprogramme schellstmöglich wieder klar definiert weiter gehen, im Interesse unserer Kunden und Kundinnen.