Neue Heizkostenverordnung und was sie für Verbraucher bedeutet

, , ,

Haben Sie auch schon oft auf den Heizungsableser gewartet?  Das wird sich bald ändern. Zähler und Kostenverteiler zur Ermittlung der Heizkosten müssen zukünftig per Funkmesstechnik von der Ferne aus auslesbar sein. Das sieht die novellierte EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) vor. Ziel ist es, dass Eigentümer und Mieter häufiger und auch besser über ihren Energieverbrauch Bescheid wissen. Verbraucher sollen ihr Heizverhalten besser anpassen können, CO2-Emissionen einsparen und so auch ihren Geldbeutel schonen.

Bereits jetzt Pflicht für neu installierte Geräte, Bestandsschutz gilt bis 2027

Die EED schreibt vor, dass die Messgeräte zur Ermittlung der Heizkosten, die seit 25.10.2020 neu installiert wurden, fernauslesbar sind, bereits vorhandene Geräte sollen in der Regel bis Ende 2026 nachgerüstet oder ersetzt werden- außer es wird nachgewiesen, dass dies nicht wirtschaftlich ist.

Mieter werden künftig monatlich über Heizenergieverbrauch informiert

Hausbewohner, deren Wohnungen schon mit fernauslesbaren Messgeräten ausgestattet wurden, erhalten bereits im Halbjahresturnus eine Aufstellung ihrer Verbrauchsdaten. Ab 1. Januar 2022 muss die Verbrauchsinformation sogar monatlich bereitgestellt werden – das soll für noch mehr Transparenz sorgen und Anreize zum Energiesparen schaffen. Die Heizkostenabrechnung enthält künftig einen Vergleich zum Verbrauch im Vormonat und Vorjahresmonat sowie zum Durchschnittsverbrauch. Zusätzlich müssen auch Informationen zum Brennstoffmix und den erhobenen Steuern, Abgaben und Zöllen geliefert werden.

Wen betrifft die Änderung der Heizkostenverordnung?

Die Verordnung gilt für Gebäude mit gemeinschaftlich genutzten Heiz- und Warmwasseranlagen – Einfamilienhäuser fallen somit kaum darunter, auch nicht Wohnungen mit eigenem Heizungssystem wie einer Gasetagenheizung.

Kostenersparnis oder doch nicht?

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, dass Verbraucherinnen und Verbrauchern keine zusätzlichen Kosten entstehen dürften. Dort wo keine Zählerstände mehr vor Ort abgelesen werden müssten, gebe es Kostenersparnisse, die den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugutekommen müssen. Beim Eigentümerverband Haus & Grund heißt es allerdings, „auch fernablesbare Geräte müssten von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden – um die Vorort-Besuche kämen Mieter und Wohnungseigentümer also nicht gänzlich herum“. Und weiter: „Die sehr umfangreichen Verbrauchs- und Informationspflichten bedeuteten mehr Bürokratie (…) dies hat seinen Preis und muss am Ende von den Mietern und Wohnungseigentümern bezahlt werden.“