Ein Statement von Elvira Holzner zur aktuellen Lage am Immobilienmarkt

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Die derzeitigen Herausforderungen am Markt:

 

• gestiegenen Kreditzinsen

• Vorsicht der Banken bei der Kreditvergabe

• steigende Energiekosten

 

Derzeit wird eine eher pessimistische Stimmung am Immobilienmarkt verbreitet, schließlich verzeichnete dieser auch in Landshut in den vergangenen knapp 10 Jahren nur eine Richtung: nach oben. Immobilieneigentümer in der Region konnten sich (fast) ausnahmslos über einen immensen Wertzuwachs freuen. Doch nun sehen wir, dass die Mondfahrt langsam zu Ende geht. Grund sind neben den gestiegenen Kreditzinsen, die daraus resultierende Vorsicht der Banken bei der Kreditvergabe und die noch dazukommenden steigenden Energiekosten. Wir stellen deshalb im Makleralltag eine gewisse Kaufzurückhaltung fest. Doch trotz erster leichter Preis-Dämpfer – der Europace Hauspreisindex registriert seit Monaten erstmals rückläufige Preise in allen Immobiliensegmenten bleiben vor allem Anleger und Investoren vergleichsweise gelassen.

Warum? Zum einen, weil in Städten wie Landshut, in denen weiterhin ein Bevölkerungszuzug herrscht, eine anhaltende Nachfrage nach Immobilien besteht, die zudem inzwischen noch weniger durch neue Bauprojekte gesättigt werden kann. Viele Projektentwickler legen ihre Neubauprojekte gerade aufgrund der nicht vernünftig kalkulierbaren Baukosten von Spatenstich bis zur Objektfertigstellung auf Eis und verstärken so, die jahrelange angespannte Lage aufgrund zu weniger Wohnungen. Die Folge ist, dass Bestandsimmobilien so weiter attraktiv bleiben.

 

Mit Immobilieninvestments die Inflation für sich nutzen

 

Die aktuelle Inflationsrate für Deutschland ist hoch. Das Statistische Bundesamt hat vor kurzem eine Inflationsrate von über 10 % bekannt gegeben. Inflationsschutz hat jetzt bei vielen Anlegern Priorität. Sachwerte bieten in solch einer Situation erwiesenermaßen Sicherheiten. Wenn das Geld an Wert verliert, werden andere Sachwerte, zu denen nach wie vor Immobilien gehören, als zukunftssichere Anlageobjekte umso spannender. Immobilienschulden entwerten sich dank der Inflation schneller denn je. Zum anderen ziehen die Mieten bei steigender Inflation erfahrungsgemäß an, denn gemessen am Mietpreisindex sind die Wohnungsmieten in Deutschland seit 2005 immer synchron zum Verbrauchsindex verlaufen. Bei steigender Inflation steigen also auch die Mieteinnahmen. Der Markt wird so in Bewegung gehalten.

Investoren und Privatanleger umgehen die faktisch wertlosen Sparprodukte wie Anleihen und Bankanlagen und stecken ihr Vermögen in die weit weniger inflationsanfälligen Sachwerte. Deshalb:  wer kaufen möchte, der sollte dies jetzt tun. Denn aktuell kommen mehr Immobilien auf den Markt und zweitens werden die Finanzierungsmöglichkeiten angesichts der Zinsprognosen vermutlich nicht leichter.

Eigentümern empfehlen wir, mehr denn je zu reflektieren, ob die Immobilie noch zu ihrem Leben passt. Sollten Sie schon seit längerem mit dem Gedanken eines Verkaufes spielen, so ist jetzt ein idealer Zeitpunkt dafür. Die Preise sind nach wie vor hoch, zugleich sind die Aussichten auf steigende Preise so gering wie nie in den letzten Jahren. Die Frage, was in den kommenden Monaten am Immobilien- und Finanzmarkt passiert, kann niemand seriös beantworten. Unwahrscheinlich ist aber, dass die Zinsen in kurzer Zeit wieder fallen werden. Und da sind sich Akteure am Markt einig. Wir sind bei einer Zinshöhe angekommen, bei der die Marktteilnehmer damit rechnen, dass es nicht kurzfristig zu einer Entspannung kommt.

 

Warten – wie sooft bei Immobilien; ein schlechter Ratgeber …